Wo ich gerade dabei bin: eigentlich würde mal wieder ein Aufenthalt zur Einstellung und Schulung Not tun. Nur Lust darauf habe ich nicht. Ich war in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen in den unterschiedlichsten Kliniken. Schön war es nirgends.

Über Bad Mergentheim wurde mir Gutes berichtet. Das ist allerdings ganz schön weit weg, und auch finanziell bedeutet ein Klinikaufenthalt mal wieder nichts Gutes. Dennoch werde ich mich wohl in diesem Jahr mal wieder damit befassen müssen.

 

Tipps, anyone?

Fast ein Jahr ist vergangen. Das Universum erhört meine Rufe nicht.

Ich möchte dankbar sein für das, was ich an Dir habe, auch wenn es mir nicht genügt.

Heute hast Du mich so zum Lachen gebracht, obwohl mir tagsüber gar nicht zum Lachen war. Das ist nicht wenig. Es ist an manchen Tagen sehr viel, was ich von Dir bekomme, und ich nehme es dankbar an. Nur das verfickte Universum ist so ungerecht.

Momentan läuft es nicht gut mit dem Diabetes und mir.  Seit Monaten protokolliere ich nicht mehr. Ich habe Spritzstellen am ganzen Bauch. Die Werte schwanken auf unerklärbare Weise und ich hasse Traubenzucker. Ich kann ihn nicht mehr sehen, ich mag ihn nicht mehr essen, und ich habe mich schon das eine oder andere Mal in blöde Situationen gebracht, weil ich lieber nach etwas anderem gegriffen habe bei einer Hypo.

Seit ich ein neues Medikament nehmen, habe ich Essanfälle, die sich gewaschen haben, und die das Management des Blutzuckers nicht gerade verbessern. Schmerzen habe ich trotzdem.

Ich habe mich mit dem Diabetes arrangiert, ich hadere nicht mehr so sehr damit, aber an manchen Tagen setzt es mir doch mehr zu als sonst. Ich gehe meist dreimal in der Woche zum Sport, immerhin das habe ich wieder in meinem Leben untergebracht, aber um allgemein mehr Rhythmus und Gleichmäßigkeit in meinem Leben kämpfe ich noch immer.

Sich selbst am Schopf aus dem Sumpf ziehen, immer und immer wieder, kostet so viel Kraft.

Und das allein, allein, allein. Seufz.

Ich habe es ja nicht geglaubt, aber das NPH scheint es echt zu bringen. Statt morgendlichem Anstieg, dem man stündlich zusehen konnte, liege ich jetzt stabil. Wow! Völlig neues Lebensgefühl :D !

Nun habe ich Dich wieder, und wider Erwarten läuft es recht gut, es macht mich nicht mehr traurig, Dich zu sehen, sondern ich freue mich darauf. Trotzdem nervt es manches Mal, wie verdammt großartig Du bist, gerade, wenn es mir schlecht geht, und ich mir wünsche, ich könnte jemanden wie Dich finden.

Ich will Dich, nur in alleinstehend. Universum, hörst Du mich?

Momentan quäle ich mich mit Husten, Schnupfen und Nebenhöhlen. Mein Kopf ist ein einziger feuchter Wattebausch. So weit, so schlecht. Aber mein Diabetes läuft Amok mit hohen Werten, die sich einfach nicht beruhigen wollen, selbst wenn ich nachts alle vier Stunden aufstehe und korrigiere. Das nervt.

Nun könnte ich vielleicht die Basis erhöhen, wenn wir nicht gerade mit dem NPH angefangen hätten. An beiden Schrauben gleichzeitig zu drehen, hat sich nie als positiv erwiesen. Die BE-Faktoren erhöhe ich schon leicht, ohne wesentlichen Erfolg.

Diese intellektuelle Leistung, was noch zu tun wäre, ist für mein geplagtes fiebriges Hirn einfach zuviel. Ich will Decke, Bett, heiße Milch, Hühnersuppe und Winnie Pooh vorgelesen bekommen, mäh!

Wilkommen ist übertrieben.

Seit gestern habe ich wieder ein NPH-Insulin. Wie die meisten von uns habe ich mit Normalinsulin angefangen, bevor ich auf Analoges Insulin umsteigen konnte, das meinem Leben so viel mehr entspricht. Nun komme ich aber mit dem nächtlichen Langzeitinsulin nicht aus, so dass ich zusätzlich ein NPH nehme.

*Schwenk, schwenk, schwenk, ommmmmmmm, ich bin entspannt, schwenk, schwenk, schwenk*

Hurra, es klappt auch mit den kurzen Nadeln! Was für eine Erleichterung.

Weil ich verbummelt hatte, ein neues Rezept zu besorgen, musste ich meine Altbestände aufbrauchen. 12 und 14mm Kanülen haben etwas grausames, martialisches. Obwohl sie nicht unbedingt mehr wehtun.
Bin ich froh, wenn ich jetzt die niedlichen kurzen Nadeln benutzen kann!

Bisher habe ich mir nie eine beschafft, da ich alleine lebe und mir im Notfall niemand die Spritze setzen kann.

Nachdem ich in letzter Zeit immer öfter Werte um die 30 habe, und mir dann erst „ein bisschen komisch“ wird, überlege ich, ob ich so eine Spritze brauche und ob jemand aus dem Freundes- und Kollegenkreis mir im Notfall damit helfen könnte.

Aber zwei Dinge sind mir auch beim Nachlesen nicht ganz klar: kann man das subkutan spritzen? Intravenös kann ich ja niemandem zumuten.

Und dann las ich von „Pulver auflösen“ – bei Notfallkit dachte ich an so etwas wie einen Fertigpen. Auflösen? Unterwegs?

Mich ereilen die Hypos oft unterwegs, was mich besonders verunsichert. Seufz.

Immer wieder stelle ich fest, dass ich mich mit dem Thema Diabtes nicht befassen will.
Es ist nicht mehr so schlimm wie anfangs, aber ich versuche immer noch so zu leben, als wäre nichts, und bin dann entsetzt, wenn zu hohe oder zu niedrige Werte mich ausbremsen. Enttäuscht, dass ich meinen BZ nicht besser managen kann. Will nicht, dass jemand das mitkriegt, dem ich nicht davon erzählt habe. Schäme mich ab und an, wenn die Nerven blank liegen bei einer Hypo.

Neulich, in der U-Bahn, musste ich nach dem Messen wegen einem niedrigen Wert einen Müsliriegel einwerfen. Beim Aussteigen sagte eine Frau zu mir „Alles Gute!“. Ich habe sie verständnislos angesehen, da setzte sie hinzu „Wir sind Leidensgenossen.“

Das hat mich sehr gefreut und berührt.

Ich weiss nicht, warum ich mich nicht mehr um den Austausch mit anderen „Leidensgenossen“ bemühe. Vielleicht, weil ich Angst habe, alle haben das so gut im Griff, nur ich nicht? Weil ich manchmal immer noch das Wasser in den Augen hochsteigen spüre, wenn ich mich damit beschäftigen muss? Weil ich mich oft so schlapp und ausgelaugt fühle?

Ich kann es nicht sagen, sicher von allem ein bißchen.

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